Zahnfleischentzündung beim Hund: Ursachen, Symptome & Behandlung
Eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) kann bei jedem Hund auftreten. Diese schmerzhafte Erkrankung kann, wenn sie unbehandelt bleibt, zu Parodontitis führen und beim Hund langfristige Schäden anrichten. Welche Ursachen gibt es, wie erkennt man frühzeitig eine Gingivitis und behandelt sie richtig?
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste auf einen Blick: Zahnfleischentzündung beim Hund
- Ursachen: Am häufigsten entsteht eine Gingivitis beim Hund durch Plaque und Zahnstein. Aber auch Verletzungen des Zahnfleisches, beispielsweise durch das Spielen mit Stöcken, können zu Entzündungen führen. Andere Erkrankungen, Infektionen oder eine genetische Prädisposition können ebenfalls für eine Zahnfleischentzündung verantwortlich sein.
- Symptome: Bei einer Zahnfleischentzündung treten bei Ihrem Hund häufig Rötungen oder Schwellungen am Zahnfleisch auf. Übler Mundgeruch, Zahnfleischbluten, freiliegende Zahnhälse sowie lockere Zähne sind ebenfalls Anzeichen einer Gingivitis.
- Behandlung: Anhand einer gründlichen Untersuchung kann Ihre Tierärztin bzw. Ihr Tierarzt feststellen, ob Ihr Hund eine Zahnfleischentzündung hat. Wird Gingivitis diagnostiziert, erfolgt meist eine professionelle Zahnreinigung oder sogar eine Zahnextraktion, wenn die Entzündung bereits fortgeschritten ist. Bei Bedarf können Entzündungshemmer und Antibiotika eingesetzt werden.
- Kosten: Die Kosten für die Behandlung einer Zahnfleischentzündung bei einem Hund betragen beim 1-fachen Satz der Gebührenordnung für Tierärzte 207 € bis 254 €. Hinzu kommen Kosten für Entzündungshemmer und Antibiotika oder für die Zahnextraktion pro Zahn. Eine passende Absicherung über petolo kann dabei helfen, die Kosten für Behandlungen abzusichern.
Wodurch bekommt der Hund eine Zahnfleischentzündung?
Es gibt mehrere Ursachen für eine Zahnfleischentzündung beim Hund:
- Schlechte Zahnpflege (Zahnablagerungen, Plaque/Zahnbelag, Zahnstein)
- Verletzungen des Zahnfleisches
- Erkrankungen wie Diabetes, Immunstörungen oder Nierenerkrankungen
- Infektionen wie Herpes oder Staupe
- Genetische Prädisposition
Die häufigsten Ursachen einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis) beim Hund sind Weichfutter oder schlechte Zahnhygiene. Letztere begünstigt Ablagerungen an den Zähnen, die zu Zahnbelag (Plaque) und Zahnstein beim Hund führen. Somit haben Bakterien einen optimalen Nährboden im Maul des Tieres und führen letztendlich zur Zahnfleischentzündung.
Auch wenn Ihr Hund die optimale Zahnpflege bekommt, kann Ihr Hund an einer Zahnfleischentzündung erkranken, wenn er sich vorher am Zahnfleisch verletzt hat. Dies kann vor allem beim Spielen vorkommen, wenn Ihre Fellnase Steine oder Stöcke ins Maul nimmt. Das Risiko einer Entzündung steigt zusätzlich, wenn Ihr Hund Kot frisst.
Weitere Gründe einer Gingivitis beim Hund sind Vorerkrankungen wie Diabetes, Immunstörungen oder etwa Probleme mit den Nieren. Hat Ihr Hund Staupe oder Herpes, können diese Infektionen ebenfalls zur Gingivitis führen. Deshalb sind regelmäßige Impfungen für den Hund wichtig. Zudem kann eine Wucherung des Zahnfleisches (Hyperplasie) zu dessen Entzündung führen.
Die Rasse eines Hundes kann bei der Entwicklung einer Zahnfleischentzündung ebenfalls eine Rolle spielen. Zum Beispiel haben Toy-Rassen wie Chihuahuas oder kurzköpfige Hunde wie Möpse und Französische Bulldoggen ein höheres Risiko einer Gingivitis. Zahnfehlstellungen oder -missbildungen können die Zähne und das Zahnfleisch zu sehr belasten, was durch die Reizung ebenfalls zu einer Entzündung des Zahnfleisches führen kann.
Wie kann man eine Zahnfleischentzündung bei einem Hund erkennen?

Hat der Hund eine Zahnfleischentzündung, können folgende Symptome darauf hindeuten:
- Rötungen und Schwellungen am Zahnfleisch
- Gelbe Zahnoberfläche
- Starker Mundgeruch
- Zahnfleischbluten
- Berührungsempfindlichkeit
- Gewichtsverlust
- Zahnhälse liegen frei oder die Zähne sind locker
Ist ein Hund von entzündetem Zahnfleisch betroffen, können die Symptome unterschiedlich stark ausfallen. Erste Anzeichen können ein langsames Essen oder das Bevorzugen von weichem Futter sein. Ist die Zahnfleischentzündung vorangeschritten, frisst der Hund nicht mehr und verliert an Gewicht. Zudem kann dies langfristig zu Verdauungsstörungen führen. Sie können bei einer Entzündung des Zahnfleisches außerdem bemerken, dass Ihr Hund Kauknochen oder anderes Spielzeug nicht anrührt und keine Zerrspiele mit Ihnen eingeht.
Je länger die Zahnfleischentzündung beim Hund unbemerkt bleibt, desto mehr sichtbare Symptome wie Rötungen und Schwellungen des Zahnfleisches, Mundgeruch, gelbe Zahnoberfläche, blutendes Zahnfleisch oder gar lockere oder ausfallende Zähne kommen hinzu.
Wann sollte man bei einer Zahnfleischentzündung des Hundes zur Tierärztin oder zum Tierarzt?
Bemerken Sie bei Ihrem Hund Symptome wie Zahnfleischbluten, Schwellungen und Rötungen des Zahnfleisches und eine gelbe Zahnoberfläche, sollten Sie eine Tierärztin bzw. einen Tierarzt aufsuchen. Entzündetes Zahnfleisch ist für den Hund äußerst schmerzhaft und heilt in der Regel nicht von allein. Findet keine Behandlung der Zahnfleischentzündung statt, können beim Hund weitere Beschwerden und Erkrankungen hinzukommen. So kann beispielsweise durch die Entzündung der Zahnhalteapparat stark beschädigt werden und das Zahnfleisch kann schwinden. Zudem besteht die Möglichkeit, dass sich die Bakterien aus dem Maul in die Organe Ihres Hundes ausbreiten und diese befallen können.
Was hilft bei Gingivitis beim Hund?
Wie man eine Zahnfleischentzündung beim Hund behandeln sollte, hängt von der Ursache und dem Fortschritt der Erkrankung ab. Ist die Zahnfleischentzündung bakteriellen Ursprungs, hilft eine professionelle Zahnreinigung beim Hund, bei der nicht nur Plaque, sondern auch Zahnstein entfernt wird. Zur Bekämpfung der Bakterien können entzündungshemmende Medikamente und Antibiotika verwendet werden.
Bevor die Tierärztin oder der Tierarzt entscheidet, wie man die Zahnfleischentzündung bei Ihrem Hund behandeln sollte, führt sie oder er zunächst eine Untersuchung durch und geht der Ursache der Entzündung auf den Grund. Dazu wird die Gesundheit des Zahnfleisches, der Zähne und der Zahnhälse in Augenschein genommen. Um festzustellen, ob der Zahnhalteapparat geschädigt ist, werden beim Hund Röntgenbilder der Zähne gemacht. Daraus wird ersichtlich, ob es sich um Gingivitis oder Parodontitis handelt. Sind die Zahnwurzeln und ihre Verankerung im Kiefer intakt, hat der Hund eine Zahnfleischentzündung bzw. Gingivitis. Erkennt die Tierärztin oder der Tierarzt extremes Zahnfleischbluten, wird eine Gewebeprobe entnommen, um diese auf Tumorzellen zu untersuchen.
Professionelle Zahnreinigung
Ist Zahnbelag oder Zahnstein der Grund der Zahnfleischentzündung beim Hund, wird der Hund unter Narkose gesetzt, um die Zähne und das Zahnfleisch gründlich mit einem Ultraschallreiniger zu säubern. Mit einer Paste werden die Zähne anschließend poliert. Die Zahnfleischtaschen werden mit einer Spülung bestehend aus Chlorhexidin und einer Kochsalzlösung gereinigt.
Entzündungshemmende Medikamente und Antibiotika
Bemerken Hundehalterinnen und Hundehalter bei ihrem Vierbeiner leichte Rötungen oder Schwellungen am Zahnfleisch, kann die Tierärztin oder der Tierarzt auf eine entzündungshemmende Lösung zurückgreifen, die im Maul des Tieres angewandt wird. Sollte keine Besserung eintreten, können der Fellnase zusätzlich Antibiotika verschrieben werden, die nicht nur die Bakterien, sondern auch die Entzündung bekämpfen sollen.
Zahnentfernung
Ist die Zahnfleischentzündung weit fortgeschritten, wird beim Hund eine Zahnextraktion durchgeführt. Dies zeigt sich vor allem, wenn die Zähne locker sind und die Zahnhälse frei liegen. Mit der Entfernung der Zähne sinkt das Risiko weiterer Entzündungsausbrüche.
Homöopathie und Hausmittel
Hat Ihr Hund eine Zahnfleischentzündung, können Hausmittel und homöopathische Mittel ergänzend zur Behandlung oder bei einer chronischen Gingivitis eingesetzt werden. Allerdings bekämpfen sie nicht die Ursache dieser Entzündung, sodass es immer sinnvoll ist, tierärztlichen Rat einzuholen. Neben der Homöopathie für Hunde können die Laser- oder Phytotherapien das Immunsystem des Tieres stärken und die Selbstheilung ankurbeln. Hausmittel, die einem Hund mit Zahnfleischentzündung helfen und die Symptome lindern können, sind kalter Kamillentee oder Kokosöl, die vorsichtig auf das betroffene Zahnfleisch aufgetragen werden.
Wie hoch sind die tierärztlichen Behandlungskosten bei einer Zahnfleischentzündung?

Die Kosten der Behandlung einer Zahnfleischentzündung beim Hund setzen sich aus verschiedenen Leistungen zusammen. Diese sind in der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) festgelegt. Je nach Aufwand oder Komplexität einer Behandlung können auch höhere Gebührensätze veranschlagt werden, was die Tierarztkosten für den Hund ebenfalls steigen lässt.
Welche möglichen Kosten für die Behandlung einer Zahnfleischentzündung beim Hund anfallen können, haben wir Ihnen in der folgenden Tabelle zusammengestellt:¹
| Behandlungskosten (1-facher GOT-Satz) |
Behandlungskosten (2-facher GOT-Satz) |
Behandlungskosten (3-facher GOT-Satz) |
|
|---|---|---|---|
| Allgemeine Untersuchung mit Beratung |
23,62 € | 47,24 € | 70,86 € |
| Röntgen zur Diagnose | 36,57 € | 73,14 € | 109,71 € |
| Biopsie des Zahnfleisches | 23,49 € | 46,98 € | 70,47 € |
| Narkose für die professionelle Zahnreinigung |
61,57 € | 123,14 € | 184,71 € |
| Entfernung von Zahnstein und Belägen mit Scaling und Politur |
61,97 € | 123,94 € | 185,91 € |
| Komplizierte Entfernung von Zahnstein und Belägen mit Scaling und Politur |
108,82 € | 217,64 € | 326,46 € |
| Zahnextraktion pro Zahn | 10,26 € | 20,52 € | 30,78 € |
| Komplizierte Zahnextraktion pro Zahn |
41,04 € | 82,08 € | 123,12 € |
Zu den Kosten zur Diagnose und der Behandlung der Zahnfleischentzündung kommen meist weitere Kosten für Medikamente und Nachuntersuchungen hinzu.
Übernimmt die Hundeversicherung die Kosten bei einer Zahnfleischentzündung?
Mit der passenden Absicherung müssen Sie sich keine Sorgen wegen hoher Tierarztrechnungen für Ihren Hund machen. Je nach gewählter Option bietet eine Versicherung einen umfassenden Schutz vor den oft unterschätzten Kosten einer Zahnfleischentzündung. Die über petolo verfügbaren Hundetarife bieten Ihnen dabei maximale Flexibilität durch 2 starke Absicherungsmodelle:
- Hundekrankenversicherung: Dieser Rundum-Schutz übernimmt die Kosten für die klinische Untersuchung, professionelle Zahnreinigungen sowie notwendige Medikamente wie Antibiotika oder schmerzlindernde Salben. Zudem können Sie das Gesundheitsbudget nutzen, um durch regelmäßige Zahnprophylaxe Entzündungen aktiv vorzubeugen.
- Hunde-OP-Schutz: Dieses Modell konzentriert sich auf chirurgische Eingriffe. Sollte eine Zahnfleischentzündung so weit fortgeschritten sein, dass ein operativer Eingriff unter Narkose unumgänglich ist, übernimmt dieser Tarif die Kosten inklusive Vor- und Nachbehandlung. Für rein medikamentöse Therapien oder Spülungen ohne Operation steht Ihnen hier das jährliche Extra-Budget zur Verfügung.
Ihre Vorteile in allen Tarif-Optionen:
- Maximale Erstattung: Abhängig vom gewählten Tarif werden die Tierarztkosten für den Hund bis zu 100 % übernommen, wobei die Abrechnung bis zum 4-fachen Satz der Gebührenordnung (GOT) erfolgt.
- Sofortiger Schutz: Da die Tarife der Hunde-OP-Versicherung und der Hundekrankenversicherung ohne Wartezeit auskommen, ist Ihr Liebling auf Wunsch bereits ab morgen abgesichert.
- Freie Tierarztwahl: Sie entscheiden flexibel, ob Sie eine spezialisierte Zahnarztpraxis für Tiere aufsuchen oder vorab eine kostenlose Beratung per Videosprechstunde nutzen möchten.
Wählen Sie aus den insgesamt 5 verfügbaren Optionen den Schutz aus, der am besten zu Ihrem Hund und dessen Zahngesundheit passt:

5 Tipps, wie man einer Zahnfleischentzündung bei Hunden vorbeugen kann
Um Ihrem Hund die Beschwerden einer Zahnfleischentzündung zu ersparen, können Sie dieser mit 5 Maßnahmen vorbeugen:
1. Regelmäßige Zahnhygiene
Mit speziellen Hundezahnbürsten und einer Hundezahnpasta sollten Sie Ihrem Hund regelmäßig die Zähne putzen.
2. Jährliche Zahnprophylaxe
Lassen Sie mindestens einmal jährlich die Zähne Ihres Hundes von einer Tierärztin oder einem Tierarzt von schadhaften Ablagerungen und Belägen befreien, die zur Zahnfleischentzündung führen können.
3. Kauknochen geben
Kauknochen oder andere zahnpflegende Snacks verhindern Beläge an den Zähnen, indem der Speichelfluss angeregt wird und sich Plaque nicht festsetzen kann.
4. Die richtige Ernährung
Die Wahl des Futters für Ihren Vierbeiner kann einen Effekt auf seine Zähne haben. Im Fachmarkt finden Sie spezielle Futtersorten, die gegen Zahnstein und Zahnsteinbildung sind. Diese enthalten häufig keinen Zucker und kein Getreide.
5. Kein ungeeignetes Spielzeug
Hunde spielen gern mit vielen Dingen und nehmen diese auf häufig ins Maul. Das kann leicht zu Verletzungen am Zahnfleisch oder Rückständen zwischen den Zähnen führen, die letztendlich zu einer Zahnfleischentzündung führen können. Daher sollten spitze Gegenstände wie Stöcke oder andere nicht für Hunde geeignete Dinge wie Tennisbälle vermieden werden. Nehmen Sie stattdessen Kauspielzeug.
Fazit: Zahnfleischentzündung beim Hund ernstnehmen und frühzeitig behandeln

Eine Zahnfleischentzündung beim Hund kann viele Ursachen haben und dementsprechend bei jedem Vierbeiner auftreten. Bleibt eine Gingivitis unbehandelt, kann sie zu einer Parodontitis führen, bei der es nicht nur zum Rückgang des Zahnfleisches, sondern auch zur Schädigung des gesamten Zahnhalteapparats kommen kann. Haben Sie den Verdacht, Ihr Hund könnte an einer Gingivitis leiden, sollten Sie schnellstmöglich tierärztlichen Rat aufsuchen und die Erkrankung behandeln. Eine Hundekrankenversicherung über petolo kann dabei helfen, die Kosten für notwendige Behandlungen abzusichern.
Sie haben Fragen zu bestimmten Leistungen der Hundekranken- oder OP-Versicherung? Jeder Hund ist anders, deshalb beraten wir Sie unverbindlich in einem kurzen Telefonat zu den Tarifen von petolo und klären Ihre Fragen. Buchen Sie jetzt einen Termin, indem Sie Datum und Uhrzeit auswählen – wir rufen Sie zu Ihrem Wunschtermin zurück.
Quellenangaben
¹https://www.bundestieraerztekammer.de/tieraerzte/beruf/got/