Glaukom bei Katzen (Grüner Star): Symptome, Ursachen und Behandlung
Das Glaukom bei Katzen – auch Grüner Star genannt – ist eine der häufigsten Ursachen für Erblindung und gilt als medizinischer Notfall. Wir erklären, woran Sie ein Glaukom erkennen, wie es entsteht, welche Behandlung möglich ist und was eine Katzenkrankenversicherung im Ernstfall erstattet.
Inhaltsverzeichnis
Krankheitssteckbrief: Glaukom (Grüner Star) bei Katzen
| Erkrankung | Glaukom (Grüner Star) – Augenerkrankung durch erhöhten Augeninnendruck |
| Häufigste Ursache | Sekundärglaukom durch Uveitis (Aderhautentzündung), Blutungen, Tumore, Linsenluxation |
| Hauptsymptome | Gerötetes Auge, trübe Hornhaut, erweiterte starre Pupille, Blepharospasmus |
| Notfall? | Ja, sofort zur Tierärztin oder zum Tierarzt bei Verdacht |
| Diagnose | Tonometrie (Messung des Augeninnendrucks) |
| Behandlung | Augentropfen (Dorzolamid, Timolol), Entzündungshemmer, ggf. chirurgischer Eingriff |
| Heilbar? | Nein, Glaukom ist nicht heilbar; Ziel ist Augeninnendruck-Kontrolle und Sehkrafterhalt |
| Prognose | Abhängig von Schwere und Ursache; schnelles Handeln entscheidend für Sehkraft |
Was ist ein Glaukom (Grüner Star) bei Katzen?
Als Glaukom bezeichnet man eine Augenerkrankung, bei der der Augeninnendruck (kurz: Augendruck) krankhaft erhöht ist. Im gesunden Auge zirkuliert Kammerwasser in der vorderen Augenkammer und wird über den Kammerwinkel abgeleitet – ein Gleichgewicht, das einen stabilen Druck sicherstellt. Beim Glaukom ist dieser Abfluss gestört: Der Augendruck steigt an, schädigt den Sehnerv und kann ohne sofortige Behandlung zur vollständigen Blindheit führen.
Grüner Star und Grauer Star bei Katzen: Die wichtigsten Unterschiede
Grüner Star (Glaukom) und Grauer Star (Katarakt) werden häufig verwechselt. Es handelt sich jedoch um 2 völlig verschiedene Erkrankungen:
| Grüner Star (Glaukom) | Grauer Star (Katarakt) | |
|---|---|---|
| Ursache | Erhöhter Augeninnendruck | Trübung der Augenlinse |
| Betroffene Struktur | Sehnerv, Netzhaut | Augenlinse |
| Sehverlust | Durch Sehnervschaden – oft irreversibel | Durch Linsentrübung – operativ korrigierbar |
| Notfall? | Ja – akuter Notfall | Nein – schleichend |
| Schmerzen | Ja – ausgeprägt | In der Regel nein |
Primäres und sekundäres Glaukom bei Katzen
Bei Katzen unterscheidet man 2 Formen des Glaukoms:
- Primärglaukom: entsteht ohne erkennbare Vorerkrankung, durch eine erblich bedingte Fehlanlage des Kammerwinkels. Bei Katzen ist diese Form im Gegensatz zum Hund äußerst selten.
- Sekundärglaukom: entsteht als Folge einer anderen Grunderkrankung, meistens einer Uveitis (Aderhautentzündung). Diese Form ist bei Katzen mit Abstand die häufigste und macht nahezu alle Glaukom-Fälle bei Katzen aus.
Diese Unterscheidung ist klinisch wichtig: Beim Sekundärglaukom muss immer auch die auslösende Grunderkrankung diagnostiziert und behandelt werden.
Symptome eines Glaukoms bei Katzen
Da das Glaukom eine der schmerzhaftesten Augenerkrankungen überhaupt ist, zeigen betroffene Katzen oft deutliche Zeichen – sofern Tierhalterinnen und Tierhalter wissen, worauf sie achten müssen. Die Symptome können je nach Stadium der Erkrankung variieren.
Augensymptome: Woran erkennt man ein Glaukom bei Katzen?
Das Glaukom äußert sich in charakteristischen Augenveränderungen, die sich oft innerhalb weniger Stunden entwickeln können. Die folgenden Zeichen sollten als mögliche Warnsignale ernst genommen werden:
- Rötung und gerötetes Auge: Bindehäute und Lederhaut (Sklera) erscheinen stark gerötet; ähnliche Anzeichen zeigt auch eine Bindehautentzündung bei Katzen, der Verlauf des Glaukoms ist jedoch deutlich akuter.
- Trübe Hornhaut: durch den erhöhten Druck entstehen Wassereinlagerungen, die das Auge milchig-trüb erscheinen lassen
- Erweiterte, starre Pupille: die Pupille reagiert nicht mehr auf Lichtreize
- Buphthalmus: im Spätstadium vergrößert sich der Augapfel sichtbar
- Vermindertes oder fehlendes Sehvermögen auf dem betroffenen Auge
Verhaltensänderungen als Schmerzzeichen
Da Katzen Schmerzen häufig verbergen, sind Verhaltensänderungen wichtige Frühwarnzeichen:
- Blepharospasmus: schmerzhaftes Zukneifen des betroffenen Auges
- Reiben mit der Pfote am Auge
- Lichtscheu: Meiden heller Bereiche
- Rückzug, Apathie und verändertes Fressverhalten
- Orientierungsprobleme oder Stolpern
Ursachen: Wie entsteht Glaukom bei Katzen?
Da bei Katzen fast ausschließlich das Sekundärglaukom vorkommt, liegt in der Regel eine Grunderkrankung vor, die den Augeninnendruck erhöht. Die häufigsten Ursachen im Überblick:
| Ursache | Erklärung |
|---|---|
| Uveitis (Aderhautentzündung) | Häufigste Ursache – Entzündungsprodukte blockieren den Kammerwasserabfluss. Oft durch FIP, FeLV, FIV oder immunologische Ursachen ausgelöst. |
| Intraokuläre Tumore | Tumore innerhalb des Auges (z. B. diffuses Irislymphom bei der Katze) können den Abfluss mechanisch blockieren. |
| Linsenluxation | Verlagerung der Augenlinse aus ihrer normalen Position, die den Kammerwinkel verlegt. |
| Intraokulare Blutungen | Blut im Kammerwasser kann den Abfluss verstopfen und den Druck erhöhen. |
| Chronische Entzündungen | Anhaltende Reizungen führen zu narbigen Verwachsungen (Synechien), die den Kammerwinkel dauerhaft verlegen. |
Diagnose: Augeninnendruck messen per Tonometrie

Die Diagnose eines Glaukoms erfolgt durch Messung des Augeninnendrucks mittels Tonometrie. Dieses schmerzfreie Verfahren misst den Druck im Auge in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg). Normalwerte liegen bei Katzen zwischen 10 und 25 mmHg; Werte über 30 mmHg gelten als pathologisch erhöht.
Neben der Tonometrie führt die Tierärztin oder der Tierarzt in der Regel folgende Untersuchungen durch:
- Spaltlampenuntersuchung: Beurteilung von Hornhaut, Iris und Linse auf Entzündungszeichen
- Ophthalmoskopie: Untersuchung von Sehnerv und Netzhaut auf Druckschäden
- Gonioskopie: Beurteilung des Kammerwinkels
- Blutuntersuchung und ggf. Bildgebung: zur Abklärung der auslösenden Grunderkrankung
Behandlung von Glaukom bei Katzen
Das Ziel der Therapie ist die schnellstmögliche Senkung des Augeninnendrucks, um weitere Schäden am Sehnerv zu verhindern. Gleichzeitig muss die Grunderkrankung therapiert werden. Die Behandlung erfordert fast immer eine augenärztliche Fachpraxis oder Tierklinik mit veterinär-ophthalmologischer Expertise.
Medikamentöse Behandlung mit Augentropfen
Die medikamentöse Erstversorgung umfasst drucksenkende Augentropfen, die in der Regel dauerhaft angewendet werden müssen:
- Dorzolamid: Karboanhydrasehemmer, senkt die Produktion von Kammerwasser
- Timolol: Betablocker, vermindert ebenfalls die Kammerwasserproduktion; häufig kombiniert mit Dorzolamid
- Entzündungshemmer (lokale Steroide oder NSAIDs): bei Uveitis als Grundursache
- Systemische drucksenkende Medikamente: in schweren Fällen ergänzend zu den Augentropfen
Die medikamentöse Therapie erfordert regelmäßige Kontrolluntersuchungen, um den Augeninnendruck zu überwachen und die Dosierung anzupassen.
Chirurgische Optionen
Wenn Medikamente nicht ausreichen oder das Sehvermögen bereits irreversibel verloren ist, stehen chirurgische Optionen zur Verfügung:
- Zyklodestruktive Eingriffe (z. B. Laserbehandlung): reduzieren die Kammerwasserproduktion durch Zerstörung von Ziliarkörpergewebe
- Drainage-Implantate: verbessern den Kammerwasserabfluss
- Enukleation (Entfernung des Auges): bei schwerem Verlauf, wenn das Auge blind und schmerzhaft ist; dient der Schmerzfreiheit und Lebensqualität der Katze
Eine Enukleation ist für viele Tierhalterinnen und Tierhalter ein schwieriger Gedanke – sie ist jedoch häufig die humanste Entscheidung, wenn das betroffene Auge kein Sehvermögen mehr hat und starke Schmerzen verursacht. Katzen kommen mit einem Auge gut zurecht.
Prognose: Ist Glaukom bei Katzen heilbar?
Ein Glaukom ist nicht heilbar. Die Erkrankung kann jedoch mit der richtigen Behandlung kontrolliert werden. Die Prognose hängt entscheidend davon ab, wie schnell nach dem Auftreten der Symptome behandelt wird:
- Bei sofortigem Handeln innerhalb von Stunden: Sehkraft kann in einigen Fällen teilweise erhalten werden
- Nach 24 bis 72 Stunden erhöhtem Druck: Irreversibler Schaden am Sehnerv oft bereits eingetreten
- Bei langfristiger Kontrolle: Lebensqualität der Katze kann mit täglichen Augentropfen gut aufrechterhalten werden
Die Grunderkrankung (z. B. Uveitis) beeinflusst die Langzeitprognose erheblich. Bei FIP-bedingter Uveitis ist die Gesamtprognose durch die Grunderkrankung limitiert; bei immunologischen Ursachen kann die Glaukomkontrolle dauerhaft gelingen.
Kosten und Katzenkrankenversicherung bei Glaukom
Die Behandlung eines Glaukoms bei Katzen gehört zu den kostspieligeren Erkrankungen. Tierarztkosten bei Katzen entstehen durch Diagnostik (Tonometrie, Blutuntersuchung, Bildgebung), laufende Medikamentenkosten und im Ernstfall durch einen operativen Eingriff. Die Kosten einer Enukleation können je nach Klinik und Region mehrere hundert bis über 1.000 Euro betragen.
Wer eine Katzenkrankenversicherung abgeschlossen hat, ist sowohl für die ambulante Diagnostik und Medikamentengabe als auch für OP-Eingriffe abgesichert. Die über petolo erhältliche Katzenkrankenversicherung erstattet ambulante Behandlungen und Operationen – je nach Tarif bis zu 100 %.

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Fazit: Glaukom bei Katzen erfordert sofortige Behandlung

Das Glaukom bei Katzen ist ein medizinischer Notfall – schnelles Handeln ist entscheidend, um das Sehvermögen zu erhalten. Bei geröteten, schmerzhaften Augen oder Verhaltensänderungen sollten Sie sofort die Tierärztin oder den Tierarzt aufsuchen, auch außerhalb der regulären Sprechzeiten. Da bei Katzen fast immer ein Sekundärglaukom vorliegt, muss auch die auslösende Grunderkrankung – in der Regel eine Uveitis – konsequent behandelt werden.
Die Behandlung erfordert oft lebenslange Medikamentengabe mit Augentropfen und regelmäßige Kontrolluntersuchungen. Diagnostik, Medikamente und mögliche operative Eingriffe wie die Enukleation können erhebliche Kosten verursachen.
Die über petolo verfügbare Katzenkrankenversicherung unterstützt bei ambulanten Behandlungen, laufenden Medikamenten und OP-Eingriffen – je nach Tarif bis 100 %. Wer früh absichert, schützt seine Katze langfristig und sich selbst vor unerwarteten Tierarztkosten.
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Häufig gestellte Fragen zum Glaukom bei Katzen
Ist Glaukom bei Katzen schmerzhaft?
Ja, das Glaukom bei Katzen gilt als eine der schmerzhaftesten Augenerkrankungen. Der erhöhte Augeninnendruck verursacht starke Schmerzen im Auge, vergleichbar mit einem intensiven Druckgefühl. Viele Katzen zeigen dies durch Zukneifen des Auges (Blepharospasmus), Reiben, Lichtscheu und Verhaltensänderungen. Weil Katzen Schmerzen häufig verbergen, kann ein Glaukom lange unbemerkt bleiben – regelmäßige Augenkontrollen bei der Tierärztin oder beim Tierarzt sind daher wichtig. Bei Katzen mit einem Glaukom gilt: Je früher behandelt wird, desto besser die Prognose.
Muss das Auge bei Glaukom entfernt werden?
Nicht zwingend, es kommt auf den Verlauf an. Wenn das betroffene Auge kein Sehvermögen mehr hat und anhaltende Schmerzen verursacht, ist die Enukleation (Entfernung des Auges) oft die humanste Entscheidung, denn sie beendet die Schmerzen dauerhaft. Katzen gewöhnen sich schnell an das Leben mit einem Auge und können ein vollwertiges Leben führen. Die Entscheidung liegt immer bei der behandelnden Tierärztin oder dem Tierarzt in Absprache mit der Tierhalterin oder dem Tierhalter.
Kann Glaukom bei Katzen vorgebeugt werden?
Eine direkte Vorbeugung des Glaukoms ist schwierig, da es fast immer als Folge einer anderen Erkrankung entsteht. Das Wichtigste ist die frühzeitige Behandlung von Grunderkrankungen wie Uveitis, FIP oder FIV sowie regelmäßige Augenkontrollen bei der Tierärztin oder dem Tierarzt. Wer ungewöhnliche Veränderungen an den Augen bemerkt, sollte nicht abwarten.
Was kostet die Behandlung von Glaukom beim Tierarzt?
Die Kosten der Behandlung eines Glaukoms bei Katzen variieren stark je nach Stadium und Behandlungsweg. Sie hängen vor allem davon ab, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist und welche Therapie notwendig wird. Bereits die Diagnose verursacht Kosten, etwa durch Untersuchungen wie die Messung des Augeninnendrucks. Im weiteren Verlauf kommen häufig regelmäßige Ausgaben für Medikamente hinzu, die langfristig eingesetzt werden müssen. In schwereren Fällen kann auch ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein, was die Behandlung deutlich aufwendiger macht.
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